Herbstspaziergang

Heute war ich mal wieder spazieren. In einem nahe gelegenenen Wald.

Diesmal war der Herbst schon viel mehr zu sehen als die letzten Male. Die Blätter an den Walnussbäumen sind schon sehr braun, viele schon heruntergefallen. Noch mehr Eicheln. Das erste Mal dieses Jahr Bucheckern gesehen.

Und gleichzeitig blühen einige Blumen und sogar Sträucher noch (zum Beispiel ein Hartriegel, vielleicht dieser hier).

Für mich ist der Herbst so eine Zeit von Abschied. So vieles, was ich mag, geht zu Ende. Die hellen Tage. Die Zeit, an der ich herausgehen kann ohne Jacke, oder fast ohne. Die Zeit von dichten, grünen Blättern. Von üppiger Blütenvielfalt.

Ich finde es schwerer, mit meiner Lebendigkeit dazusein in der dunkleren Zeit. Dieses Jahr hat es besonders früh begonnen, mich so zu treffen. Wie finde ich einen Weg, damit umzugehen? Mich auf das Unvermeidliche einzustellen: Dass es noch dunkler, noch kälter wird? Dass der Winter kommen wird?

Nun, zum einen kann ich drauf schauen, was sich dennoch an Leben zeigt. Manche Pflanzen „wagen” sich dennoch, obwohl es kälter und dunkler wird, heraus. Der erwähnte Hartriegel, zum Beispiel.

Und die Pilze, die ich heute gesehen habe, sind ein Teil des Kreislaufs der Erneuerung: Sie – genauer: die eigentlichen Pilze, ihr Myzel, das unter der Erde und im alten, kranken oder toten Holz usw. lebt – zersetzen das, was alt ist, und bringen es in eine Form, die wieder neu verwendet werden kann.

Ich kann versuchen, diese Zeit dafür zu nutzen, zu beginnen, wieder mehr nach „innen” zu gehen. Wie kann ich mich um mein Innenleben, um das Tiefe in mir kümmern, und das auch dann, wenn ich weniger draußen sein kann oder mag? Oder wenn ich dann durch mehr und dickere Schichten von Kleidung abgetrennt bin?

Zum Beispiel habe ich in der letzten Woche die Stille-Meditation intensiver wiederentdeckt. (Ha, mal wieder.) Ich habe in letzter Zeit mir zum ersten Mal seit ewig etwas leckeres, wenn auch einfaches, gebacken.

Also, ich kann zum einen mehr im privaten Bereich, und manchmal im Bereich mit Menschen zusammen, für mich versuchen gut zu sorgen. Andererseits kann ich versuchen, auch mit dem, was jetzt in der Natur geschieht, gut umzugehen. Auch wenn es nicht „natürlicherweise” eine Jahreszeit ist, die mir am liebsten wäre. Auch wenn ich mit dem Neuanfang des Frühlings viel mehr direkte Freude habe. Bewusst versuchen, die Zeit jetzt, die Zeit von Beenden und Erneuerung als notwendigen und auch sehr wichtigen Teil des Kreislaufs zu fassen. Und das mehr und mehr auch mit dem Herzen.

Nun. Was bedeutet der Herbst für Euch? Was ist für Euch schwierig? Was für Euch schön? Wie geht Ihr damit um?

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3 Antworten zu Herbstspaziergang

  1. ano schreibt:

    Ich sah heute aus dem Fenster, nachdem ich deinen Text las. Der Wald wird bunt, vor dem Fenster turnen die Eichhörnchen im Walnussbaum und sammeln die Nüsse. Die Krähen und Dohlen genauso. Die Felder ums Haus sind abgeerntet und liegen brach. Morgens sind sie bedeckt vom Nebel. Es sieht leer und friedlich aus. Doch ich weiß, es ist nur ein Schein. Bald wird es kälter und kälter. Meine Zeit beginnt nun. Ich mag Herbst und Winter.

    • amzaun schreibt:

      Hallo, Du Liebe! 🙂

      Ja, noch ist etwas Erntezeit. Mischung zwischen der Fülle und dem Rückzug.

      Und so sind Menschen verschieden. Freut mich, wenn Du dieser Zeit etwas abgewinnen kannst.

      Ich wünsche Dir eine hoffentlich gute Nacht.

  2. ano schreibt:

    Hier zeigt sich alles in ihrer ganzen Farbenpracht und die ersten Kraniche ziehen am Himmel entlang.

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