Wir sind eine Welt…

… und warum sage ich das gerade jetzt?

Durch das Internet, und auch durch meine Religion und Spiritualität bin ich doch deutlich vernetzt, weit über die Grenzen meines Wohnorts, dieses Landes und dieses Kontinentes hinaus.

Und über verschiedene Blogs, die ich lese, bekam ich schon vor einigen Tagen mal wieder etwas mit, was ich in den üblichen Nachrichten vermisse.

Im US-Bundesstaat West Virginia wurde am 9. Januar 2014 das Wasser wohl recht weitläufig im Gebiet des Elk River durch Chemikalien (4-methylcyclohexane methanol, MCHM) verschmutzt und vergiftet (Quellen, alle englischsprachig, z.B. Al-Jazeera America, auf The Wild Hunt). Diese Chemikalie wird wohl zur Behandlung von Kohle verwendet, bevor diese in Kraftwerken verbrannt werden kann. Laut dem Bericht auf Al-Jazeera, aber auch in der Charleston Daily Mail mussten viele Menschen notfallmäßig behandelt werden, weil sie Leitungswasser verwendeten, auch nachdem es wieder als „sicher” freigegeben wurde. Dies führt zur wohl berechtigten Angst, dass das Wasser noch auf einige Zeit unbenutzbar ist, und zwar auch nach der offiziellen Entwarnung, die auf einem eventuell unrealistischen Grenzwert für die Substanz basiert.

Manche Probleme, die dadurch entstehen, werden uns dann vielleicht doch eher bewusst, wenn solche Vorfälle dann doch mal publik werden: Die Wasserversorgung durch das öffentliche Leitungsnetz kann nicht mehr verwendet werden. Zumindest nicht zum Trinken, eventuell gar nicht mehr. Das heißt, es muss Trinkwasser herantransportiert und gekauft bzw. ausgegeben werden. Dies muss irgendwie auch finanziert werden.

Was mir bisher jedoch nicht in der Tragweite bewusst war: Dies führt auch zu wirtschaftlichen Einbußen, gerade auch bei sowieso schon (einkommens-)armen Menschen in einer armen, ländlich geprägten Gegend. Auf ihrem Blog schreibt T. Thorn Coyle in ihrem Artikel „Poisoned Waters: We Can Help” folgendes:

No clean water means that restaurants, cafes and other places many working class people rely on for income are closed, or, as some locals have told me, though some restaurants have re-opened, things like coffee are being made with affected water. Restaurant workers in the US, as we know, rely on tips to survive. A week without work, plus these ongoing conditions, is making life very difficult.

Auf Deutsch: Ohne sauberes Wasser sind Restaurants, Cafés und andere Einrichtungen, auf die viele Menschen der Arbeiterschicht für ihr Einkommen angewiesen sind, geschlossen. Oder, wie einige Ortsansässige mir gesagt haben, haben manche Restaurants zwar wieder geöffnet, bereiten ihren Kaffee und ähnliches aber mit dem weiterhin betroffenen Wasser zu. Allerdings benötigen die Arbeitskräfte in Restaurants in den USA, wie wir wissen, ihre Trinkgelder zum Überlegen. Eine Woche ganz ohne Arbeit und diese Umstände auch weiterhin führen zu sehr schwierigen Lebensumständen.

Auch daher sammelt der Solar Cross Temple, für den T. Thorn Coyle arbeitet, weiterhin Spenden für die durch diese Wasservergiftung betroffenen Menschen. Die Spenden werden gesammelt an eine lokale Gemeinde der Unitarian Universalist Church in Charleston (der Hauptstadt von West Virginia) weitergeleitet. Innerhalb der USA sind diese Spenden steuerabzugsberechtigt, außerhalb (sprich auch in Europa/Deutschland) wohl nicht.

Zu wirtschaftlichen und Klassenhintergründen noch ein Artikel hier (Teil 1) und hier (Teil 2). Und hier. Ein Artikel in der Huffington Post.

Und am Schluss nochmal eine spirituellere Sicht, die dabei den Boden nicht verliert, sondern auch an die handfesten Hintergründe denkt, vor denen (Umwelt-)Ausbeutung wie diese möglich ist.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Wer will etwas sagen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s